ÖPUL 2023 – Änderungen und Prämien

Die österreichische Regierung hat am 30.12.2021 den Strategieplan zur GAP 2023 bei der Europäischen Kommission eingereicht. Man erwartet eine Stellungnahme seitens der Kommission im 1.Halbjahr 2022.

Wir haben uns die Unterlagen durchgelesen und die einzelnen Auflagen und Richtlinien der Interventionen mit jenen der Maßnahmen aus ÖPUL 2015 verglichen.

Bitte beachten Sie, dass die Änderungen keine finale Festlegung sondern nur ein Entwurf in einem mehrstufigen Prozess zur Erstellung des finalen Programms ist. Keine Gewährleistung gegenüber Irrtümer.

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Direktzahlungen (Interventionen 1.Säule)

Direktzahlungen für Heimgutflächen (Basiszahlung)

  • 208 EUR/ha
  • Capping bei 100.000 EUR, Abzug von Lohnkosten möglich

Umverteilungsprämie

  • bis 20ha: 46 EUR/ha
  • 20-40ha: 23 EUR/ha

Junglandwirteförderung

  • 66 EUR/ha

Flächenbezogene Interventionen

ÖPUL 2023 Interventionen

Änderungen gegenüber ÖPUL 2015 + Prämien

Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung [UBB]

  • Anteil Biodiversitätsfläche an Ackerflächen bzw. Grünlandflächen mindestens 7% statt 5% (Brache aus GLÖZ 8 in Höhe von 4% kann angerechnet werden)
  • Feldstücke über 5 ha mit mindestens 0,15 ha Biodiversitätsfläche am Feldstück (ab 10 ha Ackerfläche)
  • Acker-DIV-Flächen mit mind. 7 insektenblütigen Mischungspartnern aus 3 Familien (vorher 5 Mischungspartner)
  • Keine Kultur darf mehr als 55% statt 66% Anteil an der Ackerfläche haben
  • Grünlandumbruch nur noch max. 1 ha statt 3 ha
  • Verpflichtung zu erosionsmindernde Verfahren ab Hangneigung >= 10% erst ab Schlaggröße 0,5 ha

Ackerflächen

  • 70 Euro/ha Basismodulprämie (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 380 Euro/ha Biodiversitätsflächen-Zuschlag für über 7 % hinausgehende Biodiversitätsflächen (bis max. 20% der Gesamtfläche)

Grünlandflächen

  • 25 Euro/ha Basismodulprämie Nicht-Tierhalter (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 70 Euro/ha Basismodulprämie Tierhalter (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 100 Euro/ha Biodiversitätsflächen-Zuschlag für über 7 % hinausgehende Biodiversitätsflächen (bis max. 20% der Gesamtfläche)

Prämien für Zuschläge, LSE, etc. werden hier nicht dargestellt.

Biologische Wirtschaftsweise

  • BioDIV und Fruchtfolgeauflagen (siehe UBB)
  • Neuformulierung der Teilbetriebsvorgabe: Entweder Grünland und Ackerland in Summe oder alle Wein-, Obst- und Hopfenflächen in Summe

Ackerflächen

  • 205 Euro/ha Basismodulprämie (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 300 Euro/ha Biodiversitätsflächen-Zuschlag für über 7 % hinausgehende Biodiversitätsflächen (bis max. 20% der Gesamtfläche)

Grünlandflächen

  • 70 Euro/ha Basismodulprämie Nicht-Tierhalter (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 215 Basismodulprämie Tierhalter < 1,4 RGVE/ha (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 205 Basismodulprämie Tierhalter < 1,4 RGVE/ha (inkl. Biodiversitätsflächen)
  • 100 Euro/ha Biodiversitätsflächen-Zuschlag für über 7 % hinausgehende Biodiversitätsflächen (bis max. 20% der Gesamtfläche)

Prämien für Zuschläge, LSE, etc. werden hier nicht dargestellt.

Einschränkung ertragssteigernder Betriebsmittel

  • Eigenschaft als Tierhalter als Zugangsvoraussetzung gestrichen
  • Bei Verbringung von Gülle in eine Biogasanlage die Rücknahme entsprechender Mengen an Biogasgülle erlaubt
  • Verwendung von Betriebsfremden Wirtschaftsdüngern und Kompost ist erlaubt

Acker-, Wein-, Obst- und Hopfenflächen

  • 60 Euro/ha

Ackerfutter- und Grünlandflächen

  • 0 Euro/ha bei Nicht-Tierhaltern
  • 70 Euro/ha bei Tierhaltern < 1,4 RGVE/ha
  • 60 Euro/ha bei Tierhaltern >= 1,4 RGVE/ha

Erosionsschutz Acker

  • Vormals Maßnahme „Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)“
  • Neuer Zuschlag für Anhäufungen bei Erdäpfeln
  • Neuer Zuschlag für Begrünte Abflusswege auf Ackerflächen (Befahren ist zulässig)

Erosionsgefährdete Kulturen auf Acker

  • 50 Euro/ha Mulchsaat
  • 80 Euro/ha für Direktsaat bzw. Strip-Till
  • 150 Euro/ha Anhäufungen bei Erdäpfeln
  • 75 EUR/ha Untersaaten bei Ackerbohne, Kürbis, Soja und Sonnenblume

Begrünte Abflusswege auf Acker

  • 550 Euro/ha

Begrünung von Ackerflächen – Zwischenfruchtanbau

  • Mindestteilnahmefläche 1,5 ha Ackerfläche (vorher 2 ha)
  • Kein Mindestmaß der begrünten Ackerfläche (vormals 10%)
  • Variante 1: 31.07 – 10.10
  • Variante 2: 05.08 – 15.02
  • Neu: Variante 7, Untersaat bei Raps, 15.09-31.01

Ackerflächen mit aktiv angelegter Begrünung

  • 200 Euro/ha für Var. 1
  • 190 Euro/ha für Var. 2
  • 120 Euro/ha für Var. 3
  • 170 Euro/ha für Var. 4
  • 150 Euro/ha für Var. 5
  • 120 Euro/ha für Var. 6
  • 90 Euro/ha für Var. 7

Begrünung von Ackerflächen – System Immergrün

  • Mindestteilnahmefläche 1,5 ha Ackerfläche (vorher 2 ha)
  • Zwischenfrüchte sind bis spätestens 15.10. aktiv anzulegen, vormals bis 01.10

Ackerflächen

  • 80 Euro/ ha

Erosionsschutz Acker

  • Vormals Maßnahme „Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)“
  • Neuer Zuschlag für Anhäufungen bei Erdäpfeln
  • Neuer Zuschlag für Begrünte Abflusswege auf Ackerflächen

Erosionsgefährdete Kulturen auf Acker

  • 50 Euro/ha für Mulchsaat
  • 80 Euro/ha für Direktsaat bzw. Strip-Till
  • 150 Euro/ha Anhäufungen bei Erdäpfeln

Begrünte Abflusswege auf Acker

  • 550 Euro/ha

Bodennahe Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger / Biogasgülle

und Gülleseparation

  • Keine Mindestausbringmenge von flüssigem Wirtschaftsdünger oder Biogasgülle (vormals 50%)
  • Förderungsfähige Ausbringmenge von maximal 50 m³/ha statt 30 m³/ha

Ackerflächen sowie Grünlandflächen

  • 1,0 Euro/m³ für Schleppschlauchverfahren
  • 1,4 Euro/m³ für Schleppschuhverfahren
  • 1,6 Euro/m³ für Gülleinjektionsverfahren

Gülleseparierung

  • 1,4 Euro/m³, bis max. 20 m³ je Rinder GVE und Jahr

Erosionsschutz Wein, Obst und Hopfen

  • Neu: Zuschlag für Nützlingsausbringung
  • Für Begrünungskultur min. 3 statt 1 winterharte Mischungspartner notwendig
  • Beseitigung der Begrünung in den Fahrgassen nur mit mechanischen Methoden (Häckseln oder Einarbeiten)

Wein, Weinterrassen

  • 200 Euro/ha bei < 25 % Hangneigung
  • 300 Euro/ha bei >= 25% bis < 35 % Hangneigung
  • 500 Euro/ha bei >= 35 % bis 50 % Hangneigung
  • 800 €uro/ha bei >= 50 % Hangneigung
  • 150 Euro/ha Zuschlag Einsatz von Organismen oder Pheromonen

Obst

  • 200 Euro/ha bei < 25 % Hangneigung
  • 350 Euro/ha bei >= 25% Hangneigung
  • 150 Euro/ha Zuschlag Einsatz von Organismen oder Pheromonen

Hopfen

  • 200 Euro/ha
  • 150 Euro/ha Zuschlag Einsatz von Organismen oder Pheromonen

Herbizidverzicht Wein, Obst und Hopfen

  • Vormals Maßnahme „Pflanzenschutzmittelverzicht Wein und Hopfen“, Variante B Herbizidverzicht
  • Teilnahme an Intervention „Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen“ nicht mehr Voraussetzung

Wein, Obst, Hopfen

  • 250 Euro/ha

Insektizidverzicht Wein, Obst und Hopfen

  • Vormals Maßnahme „Pflanzenschutzmittelverzicht Wein und Hopfen“, Variante A Insektizidverzicht
  • Teilnahme an Intervention „Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen“ nicht mehr Voraussetzung


Wein, Obst, Hopfen

  • 250 Euro/ha

Vorbeugender Grundwasserschutz – Acker

  • Vormals „Vorbeugender Grundwasserschutz“
  • Berücksichtigung von 60% des N-Überschuss aus Vorkultur (80% nördliches BDLD, östliches NÖ und Wien)
  • Stickstoffüberschuss > 30kg -> Herbstanbau oder ZF-Anbau
  • Einsatz von Wirkstoffen nicht mehr auf OÖ begrenzt
  • Dokumentation für Kulturen mit Anbaufläche über 0,3 ha

Ackerfläche in ausgewiesenen Gebieten

  • 50 Euro/ha als Basisprämie (50% Prämienabzug, wenn Teilnahme an BIO)
  • 500 Euro/ha Auswaschungsgefährdete Ackerflächen (bis maximal 20 % der Ackerfläche des Betriebes)

Prämien für Zuschläge werden hier nicht dargestellt.

Humuserhalt und Bodenschutz auf umbruchsfähigem Grünland

  • Vormals „Vorbeugender Grundwasserschutz“
  • Teilnahme an UBB oder BIO als Voraussetzung
  • Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche zumindest 40%

Grünlandflächen mit einer Hangneigung < 18%

  • 30 Euro/ ha für Schläge mit durchschn.Grünlandzahl < 20
  • 50 Euro/ ha für Schläge mit durchschn. Grünlandzahl >= 20 und < 30
  • 70 Euro/ ha für Schläge mit durchschn. Grünlandzahl >= 30 und < 40
  • 100 Euro/ ha für Schläge mit durchschn. Grünlandzahl >= 40
  • 150 EUR/ha für artenreiches Grünland (bis max. 15% der Gesamtfläche)

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